Was kostet Dein erstes Motorrad wirklich? Der ultimative Ratgeber zu Unterhalt, Wartung & Pflege.

Von Tobi Juli 29, 2025 0 Kommentare
Yamaha MT-07 ©Yamaha
Lesezeit: 7 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Ein erstes Motorrad bringt Dir den Wind ins Gesicht, die Sonne ins Herz und Kilometer auf der Straße. Ein Wunsch vieler Jugendlicher, der sich ab 16 Jahren mit dem A1-Führerschein oder ab 18 Jahren mit dem A2-Führerschein erfüllen lässt. Doch zwischen dem Erwerb der Fahrerlaubnis und dem ersten eigenen Motorrad steht in der Regel ein großes Problem – Kosten. Wir erklären in diesem Ratgeber, was das erste eigene Motorrad wirklich kostet – in Anschaffung, Unterhalt und Wartung. Wir geben Dir Tipps, wo sich Geld sparen lässt und auf was Du bei deinem ersten Motorrad achten solltest.

Erstes Motorrad kaufen Tipps: Neu oder gebraucht?

Bei dem Motorrad Kauf gilt es zunächst einen wichtigen Punkt abzuwägen – muss es eine Neumaschine sein, oder tut es auch ein gebrauchtes Bike. Die wichtigsten Vor- und Nachteile im Überblick:

Motorrad NEU
VorteileNachteile
✅ keine Gebrauchsspuren❌ hoher Anschaffungspreis
✅ kein Verschleiß❌ Wartung immer beim Händler
✅ Werksgarantie❌ hoher Wertverlust
✅ Motorrad im Serienzustand / unverbastelt 
✅ Technik vom aktuellen Stand 
✅ seriöser Händlerkauf 
  
  
Motorrad GEBRAUCHT
VorteileNachteile
✅ günstigerer Kaufpreis❌ Gebrauchsspuren der Vorbesitzer
✅ Zubehör „kostenlos“ dabei❌ Umbauten der Vorbesitzer
✅ Wartung kostengünstig❌ Angebot muss genau gefiltert werden
✅ Versicherung kann günstiger sein❌ Gefahr des Betrugs beim (Privat-) Kauf
✅ geringer Wertverlust❌ möglicher Wartungsstau
✅ bewährte Technik❌ Technik ggf. nicht auf neustem Stand

 

Motorrad kaufen Tipps im Fallbeispiel: Yamaha MT-07 als erstes Motorrad

Gerne genommen als erste Maschine ist die Yamaha MT-07. Sie ist leicht im Gewicht und entsprechend leicht im Handling. Ihre Leistung liegt im mittleren Bereich (ca. 75 PS) und sie ist auf 48 PS für Besitzer des Führerscheins A2 drosselbar. Außerdem besitzt sie robuste Großserien-Technik aus Japan und lockt mit einem erschwinglichen Neupreis. Da sie seit 2014 im Markt vertreten ist und noch immer modellgepflegt wird, bietet sie sich als Beispiel an.

Der Neupreis einer aktuellen Yamaha MT-07 liegt inklusive Überführung bei ziemlich genau 8.500 Euro ohne Motorrad Finanzierung. Ihr Motor mit 690 Kubik leistet 73 PS und 68 Nm Drehmoment bei 183 Kilogramm Fahrzeug-Gesamtgewicht. Als besondere Features preist Yamaha das TFT-Kombiinstrument, Fahrmodi und Traktionskontrolle. 

Der Gebrauchtmarkt ist gefüllt mit Angeboten. Eine solche Maschine “lebt” irgendwo zwischen 70.000 und 100.000 Kilometern, bis die Reparaturkosten den Restwert der Maschine übersteigen. Suchen wir also ein Fahrzeug bis 30.000 Kilometern, um eine entsprechende Restlebensdauer zu haben, finden wir derzeit auf mobile.de über 350 Angebote. 

erstes Motorrad Screenshot mobile
Eine MT-07 in augenscheinlich gutem Zustand auf mobile.de

Eine vernünftige Option der ersten Modellreihe aus 2015 aus erster Hand mit etwa 16.000 Kilometern liegt bei 4.600 Euro. Augenscheinlich sind keine Sturzspuren zu erkennen, die Reifen haben noch Fleisch, der Kettensatz sollte noch 10.000 Kilometer mitmachen. Ihr fehlt das schicke neue TFT-Display und eine Traktionskontrolle. Selbstverständlich mit an Board ist ABS. Fahrwerk und Rahmen haben sich über die Jahre kaum verändert, sodass hier kein Nachteil beim Gebrauchtmodell entsteht. Liegen also zwischen der Neumaschine und einem guten gebrauchten Modell im Beispiel etwa 4.000 Euro – fast der halbe Preis des Neufahrzeugs. 

Motorrad Unterhalt - das sind die Fixkosten

Das erste Motorrad steht in der Garage und schon hält der Staat die Hand auf. Zunächst müssen die Steuern für das Fahrzeug bezahlt werden. Bei Motorräder berechnet sich die Steuer nach dem Hubraum und kann >>hier<< vorab berechnet werden. Für ein ganzes Jahr kostet eine MT-07 mit 690 Kubik 51 Euro Steuern.

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Mit einem Saisonkennzeichen, im Bild 03 bis 10, lässt sich bares Geld sparen.

Spartipp: Saisonkennzeichen

Wer sein Motorrad nur im Sommer nutzt, kann es über ein Saisonkennzeichen zulassen. Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen dürfen nur in einem bestimmten Zeitraum unterwegs sein. Welcher Zeitraum das ist, zeigen die Zahlen am rechten Rand des Kennzeichens an. Steht auf dem Saisonkennzeichen etwa oben eine 4 und unten eine 10, ist das Kennzeichen von Anfang April bis Ende Oktober gültig. 

Der Vorteil: Motorrad Steuer und Motorrad Versicherung müssen auch nur für die angemeldeten Monate bezahlt werden. So werden aus 51 Euro Steuern schnell nur 30 Euro. 

Motorrad Versicherung: Minimalschutz vs. Vollschutz

In Deutschland gibt es generell drei Arten, wie ein Fahrzeug für den Straßenverkehr versichert werden kann Die Haftpflicht-Versicherung, die Teilkasko-Versicherung und die Vollkasko-Versicherung. Wir erklären die Unterschiede:

  • Haftpflichtversicherung: Die Kfz-Haftpflicht-Versicherung ist eine Pflichtversicherung, die jedes Fahrzeug braucht, um auf der Straße fahren zu dürfen. Sie haftet bei Personen- und Sachschäden, die Du mit Deinem eigenen Fahrzeug verursachst, aber nicht bei Schäden am eigenen Fahrzeug.  
  • Teilkasko-Versicherung: Die Teilkasko-Versicherung erweitert den Umfang der Haftpflicht und deckt sowohl Diebstahl wie auch Schäden der Umwelt am Fahrzeug ab, wie zum Beispiel einen Wildschaden im Fahrbetrieb, einen Schaden durch Marderbiss oder einen Glasschaden durch Hagel.
  • Vollkasko-Versicherung: Sie deckt jegliche Schäden am Fahrzeug ab, auch wenn Du sie selbst verursacht hast. Aus diesem Grund ist sie die teuerste Versicherungsvariante.

Sowohl bei Teil- wie auch bei Vollkasko gibt es in der Regel eine Selbstbeteiligung, die der Versicherungsnehmer im Schadensfall zusteuern muss. Dieser Betrag lässt sich gestaffelt selbst wählen. Faustregel: Je höher die Selbstbeteiligung, desto geringer der Tarif.

erstes Motorrad Versicherung ©pexels/ voitkevich
Auch wenn es anstrengend ist: Versicherungen vegleichen spart Geld.

Versicherungskosten Yamaha MT-07

Versicherungstarife vergleichen ist nicht ganz einfach, im genannten Fall handelt es sich also um exemplarische Kosten für eine Yamaha MT-07 aus 2015 mit einen 18 Jahre alten Motorrad Anfänger, der zum ersten Mal ein Fahrzeug auf sich versichert. Die Person kann die Maschine in einer Garage unterstellen, besitzt kein Wohneigentum und fährt circa 5.000 km pro Jahr. Daraus ergeben sich folgende Versicherungskosten:

  • Haftpflicht: ca. 350 € / Jahr (Saison 04-10: ca. 203 €)
  • Teilkasko: ca. 480 € / Jahr (Saison 04-10: ca. 280 €)
  • Vollkasko: ca. 1.150€ / Jahr (Saison 04-10: ca. 670 €)

Betrachtet man die exemplarischen Kosten, wird schnell klar, dass sich für eine zehn Jahre alte Gebrauchtmaschine aus dem Beispiel eine Vollkasko-Versicherung kaum lohnt. Warum? Weil man innerhalb von nur 4 Jahren den Kaufpreis der Maschine noch einmal an Versicherungskosten stemmen muss. Für einen jungen Menschen ist das am Anfang seiner beruflichen Laufbahn ein schweres Los. Außerdem erhält er bei einem Totalschaden von der Vollkasko auch nur den Zeitwert der Maschine wieder (abzüglich Selbstbeteiligung), der oftmals noch unter dem aktuellen Marktwert liegt.

Unser Tipp: Neufahrzeuge oder hochwertige Maschinen als Garagenparker mit Teil- oder Vollkasko versichern. Gebrauchtfahrzeuge nach 50 % des Wertverlusts oder nach 10 Jahren nur noch mit einer Haftpflichtversicherung anmelden und Geld sparen.

Wartung und laufende Kosten

Dein erstes Motorrad darf nun auf die Straße und auch hier entstehen Kosten – offensichtlich ist der Kraftstoff-Verbrauch. Das Motorrad zu tanken gehört genauso zum Fahren wie das Kilometer abreißen. Motorräder brauchen zwischen vier und sechs Litern Kraftstoff auf 100 km und sind entsprechend sparsam. Je neuer das Motorrad, desto sparsamer ist es im Verbrauch. Also kosten 100 km in etwa 8,50 Euro Kraftstoff.

Je nach Gummimischung werden außerdem alle 5.000 Kilometer ein Satz Reifen fällig, Kostenpunkt inklusive Wechsel etwa 400 Euro. Einmal im Jahr ist ein Service fällig, der zwischen 150 und 300 Euro kostet. Ein Motorrad Kettensatz ist nach etwa 25.000 Kilometern verschlissen und schlägt zwischen 200 und 350 Euro zu Buche. 

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Gerade Motorräder sind kompakte und technisch relativ logisch aufgebaute Maschinen. Wer ein wenig handwerkliches Geschick besitzt, kann die einfachen Wartungsarbeiten wie Öl- und Filterwechsel selbst erledigen und bares Geld sparen. Kostet ein Ölwechsel in der Motorrad Werkstatt etwa 150 Euro, liegen die reinen Materialkosten bei vielleicht 50 Euro. Ein Reifenwechsel kostet beim Händler bis zu 500 Euro – man kann aber oftmals auch die ausgebauten Räder abgeben und zahlt nur einen geringen Aufschlag auf die reinen Materialkosten. Auch wird alle zwei Jahre die Hauptuntersuchung fällig – Tipps und Tricks dazu finden sich in unserem Ratgeber – aber es fallen im zweijährigen Rhythmus entsprechend etwa 90 Euro an Kosten an.

Neben dem Kaufpreis kommen für eine Motorradsaison mit 5.000 km also folgende Kosten zustande:

KostenfaktorMinimalMaximal
Versicherung Jahr350 €1.150 €
Kraftstoff (4 – 6) l / 100 km340 €510 €
Reifensatz 1x250 €500 €
Öl-Service 1x50 €150 €
Kettensatz 1/550 €60 €
TÜV 1/245 €45 €
Summe:1.085 €2.415 €

Fazit: Dein erstes Motorrad – Deine Kosten

Ein eigenes Bike bedeutet Freiheit pur – doch vor dem Fahrspaß stehen klare Fakten: Die Motorrad Kosten gehen weit über den Kaufpreis hinaus. Wer als Motorrad Anfänger einsteigt, sollte nicht nur den Preis für die Maschine, sondern auch den Motorrad Unterhalt genau kalkulieren. Unser Ratgeber zeigt, worauf es wirklich ankommt – von der Motorrad Steuer bis zur passenden Motorrad Versicherung. Egal ob Du Dein erstes Motorrad neu oder gebraucht kaufst: Unsere Motorrad Kaufen Tipps helfen Dir, die richtige Entscheidung zu treffen. 

Mit realistischen Beispielen, etwa der Yamaha MT-07, geben wir Dir eine praktische Motorrad Checkliste an die Hand. Dazu gehören auch laufende Ausgaben für Motorrad Reifen, Motorrad Kette und regelmäßige Services wie der Motorrad Ölwechsel oder andere Motorrad Reparaturkosten. Mit einem Saisonkennzeichen, cleverem Motorrad Unterstellen und einfachen Maßnahmen zur Motorrad Pflege lässt sich bares Geld sparen. 

Fazit: Wer gut plant, clever vergleicht und selbst Hand anlegt, fährt nicht nur sicher – sondern auch günstiger.

(Bilder: Yamaha, pexels/Nataliya Vaitkevich, TH)

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