Der perfekte Integralhelm – Ein ultimativer Ratgeber zum #1 Kauf

Von Tobi Okt. 14, 2025 0 Kommentare
Perfekter Integralhelm
Lesezeit: 7 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Den perfekten Integralhelm zu finden ist schwer. Er ist dein treuer Begleiter für jeden Weg mit dem Motorrad, egal ob kurz oder lang. Er trotz Wind und Wetter, Steinschlag und Mücken, Staub und Dreck. An ihm führt kein Weg vorbei, denn schon der Gesetzgeber schreibt ihn zur Sicherheit als einziges Kleidungsstück beim Motorradfahren vor. Er ist der Urvater der modernen Helme, alle weiteren Typen, sei es der Klapphelm, der Jethelm oder der Endurohelm basieren auf dem Konzept des Integralhelms. Was es beim Kauf eines Helms zu beachten gilt, erfährst Du jetzt.

Was ist ein Integralhelm?

Der Integralhelm ist der beliebteste und sicherste Motorradhelm. Er umschließt den Kopf des Motorradfahrers vollständig und bietet, je nach Preisklasse, eine aerodynamisch geformte Helmschale aus Polycarbonat, Fiberglas oder Carbon. Sein Visier sorgt für ein großes Sichtfeld sowie Schutz vor Wind und Wetter. Die Außenschale ist meist mit verschließbaren Belüftungsöffnungen ausgestattet, und das Innenfutter passt sich dem Kopf optimal an. Besonders die Wangenpolster verleihen dem Kopfschutz Halt. Für Brillenträger gibt es oft integrierte Brillenkanäle, die das Tragen des Helms angenehm gestalten. Der Kinnriemen sorgt für sicheren Halt und kann per Ratschen- oder Doppel-D-Verschluss verschlossen werden.

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AGV Pista GP RR ©Hersteller

AGV Pista GP RR

Integralhelm

Eigenschaften
  • 100% Carbonfaser
  • 4 Schalengrößen
  • Doppel-D-Verschluss
  • homologiert nach ECE 22-06

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Scorpion EXO R1 ©Hersteller

Scorpion EXO-R1 Evo

Integralhelm

Eigenschaften
  • Verbundfaser-Außenschale
  • Airfit-System
  • Not-Entriefelung
  • homologiert nach ECE 22-06

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Die richtige Passform: Der Schlüssel zum perfekten Integralhelm

Das Angebot an Integralhelmen ist groß, die Auswahl nicht einfach. Gegenüber anderen Helmgattungen, wie dem Jethelm, Crosshelm oder Klapphelm, bietet der Integralhelm generell zahlreiche Vorteile: Er ist in der Regel leicht, ermöglicht großes Sichtfeld und ist in nahezu allen Formen und Farben erhältlich.

Bei dem riesigen Angebot an Integralhelmen verliert man leicht den Überblick. Auch die Preisspanne ist groß. Günstige Modelle von AGV über Nexx, Nolan bis zu Scorpion gibt es schon unter 200 Euro. Je teurer der Helm, desto hochwertiger und langlebiger ist er in der Regel. Doch die Passform ist letztendlich entscheidend, ob ein Helm seinen Zweck erfüllt und dir ein angenehmer Begleiter wird.

Du sparst vor der ersten Anprobe Zeit, wenn Du zunächst die eigene Brieftasche befragst, was Du dir leisten kannst und willst. Dabei sollte jedoch immer die eigene Sicherheit im Vordergrund stehen – also im Zweifelsfall lieber etwas mehr Budget für den Helmkauf einplanen – und große Aktionen wie SSV oder Blackweek abwarten.

Perfekten Integralhelm motoin Showroom ©Tobias Höfer

Passform-Check: Die richtige Helmgröße bestimmen

Die Wahl der richtigen Größe ist entscheidend für Komfort und Sicherheit. Du bestimmst die richtige Größe deines Integralhelms, indem Du deinen Kopfumfang über den Ohren an der breitesten Stelle misst. Dieses Maß ergibt nach den Größentabellen der Hersteller die passende Größe zwischen 3XS und 3XL. Da Hersteller unterschiedliche Passformen nutzen, ist eine Anprobe dennoch unverzichtbar. 

Tipps für die erste Anprobe: 

  • Verdrehtest: Einmal angezogen, darf sich der Helm nicht über ein gewisses Maß am Kopf verdrehen lassen. Um das zu überprüfen, kann jemand anders von außen versuchen, den Helm am Kinnteil zu verdrehen, während du den Kopf steif geradeaus hältst. Lässt sich das Sichtfeld des Visiers weit in eine Richtung verdrehen, ist der Helm zu groß – oder hat die falsche Grundform.
  • Drucktest: Der Helm darf nirgends drücken, besonders nicht an der Stirn – sonst sind Kopfschmerzen vorprogrammiert. Drücke den Helm mit beiden Händen am Hinterkopf nach vorne. Das Polster sollte so weit nachgeben, dass gerade ein kleiner Finger zwischen Innenpolster und Stirn passt. Lass den Helm zur Probe ruhig 20 Minuten auf. Wenn jetzt nichts drückt, hat der Helm den Komforttest bestanden.
  • Wangenpolster: Der Helm sitzt fest, wenn die Wangenpolster Druck ausüben. Praxistipp: Bei einem gut sitzenden Helm ist Kaugummikauen fast unmöglich, da man sich sonst auf die Wangen beißen würde. Wichtig: Über die Wangenpolster bekommt der Helm seinen Halt, nicht über den Kinnriemen.
  • Kinnriemen: Der Kinnriemen dient hauptsächlich dazu, den Helm bei einem Unfall am Kopf zu halten. Dennoch darf der Kinnriemen und -verschluss nicht auf den Kehlkopf drücken. Zum Testen am besten einmal auf dem eigenen Motorrad Platz nehmen und einen guten Moment in Fahrposition verbringen. Es drückt und wackelt nichts? Dann ist der Passform-Check abgeschlossen.
  • Der Brillentest: Du trägst eine Brille? Dann muss sie auch unter den Helm passen. Welche Integralhelme sind zum Tragen einer Brille geeignet? Fast alle Integralhelme eignen sich für Brillenträger, auch bei Sporthelmen ist oftmals ein Brillenkanal im Bereich der Schläfe vorgesehen. Wichtig ist, die Sehhilfe muss in Kombination mit allen Helmfeatures wie Sonnenblende und beispielsweise aufblasbaren Wangenpolster funktionieren.
Perfekten Integralhelm ©premier

Die Probefahrt – Der Praxis-Test

Eine Probefahrt von mindestens 30 Minuten auf deinem eigenen Motorrad ist der ultimative Test – denn hier verbringst Du die Zeit mit deinem zukünftigen Helm. Es ist entscheidend, dass dein Integralhelm nicht nur für die kurze Fahrt zum Bäcker passt, er muss auch dein Integralhelm für lange Strecken, bis hin zur Urlaubstour, sein. Bei der Probefahrt solltest Du auch unbedingt dein eigenes Motorrad nehmen. Ein fremdes oder geliehenes Bike ist ein Nachteil. Erzeugt doch dein Motorrad eine spezifische Anströmung des Motorradhelms, die bei jedem Bike anders ausfällt. Achte dabei besonders auf: 

  • Bedienbarkeit: Wie einfach lässt sich das Visier öffnen und schließen? Funktioniert die Sonnenblende einwandfrei? Lassen sich die Belüftungsöffnungen auch mit Handschuhen gut bedienen.
  • Belüftung: Ist die Belüftung ausreichend, um bei längeren Fahrten einen kühlen Kopf zu bewahren? 
  • Brillenkompatibilität: Sitzt deine Brille auch nach längerer Fahrtzeit bequem, ohne dass die Bügel drücken? 
  • Sichtfeld: Passt das Sichtfeld des Helms zu deiner Sitzhaltung. Tourenfahrer sitzen sehr aufrecht, Sportfahrer hingegen geduckt und benötigen einen freien Blick Richtung Visieroberkante.
  • Windgeräusche: Sind die Windgeräusche akzeptabel oder entstehen aufgrund der Helmform Störgeräusche im Fahrbetrieb.

Wenn der Helm nach der Probefahrt in allen Punkten überzeugt und nichts drückt, hast Du den Integralhelm mit der perfekten Passform gefunden!

Perfekten Integralhelm, Helmnorm ECE 22-06 ©Tobias Höfer

Helme: ECE, DOT und SNELL – Was Du wissen musst

In Deutschland ist das Tragen eines geeigneten Helms beim Motorradfahren gesetzlich vorgeschrieben. In der Regel wird hierbei ein Integralhelm mit Sicherheitszertifikat, geprüft nach ECE-Zertifizierung, gefordert. Am Kinnriemen des Helms befindet sich ein Label mit dem Prüfsiegel des Helms. Integralhelme sind nach der europäischen Norm ECE22-06 (teilweise auch noch ECE22-05) geprüft. Diese Norm stellt jedoch nur Mindestanforderungen an das Material und die Eigenschaften eines Helms. In den USA entspricht die DOT-Norm in etwa der ECE-Prüfung. Wer auf maximale Sicherheit Wert legt, sollte zusätzlich nach Helmen suchen, die nach der strengeren SNELL-Norm geprüft sind.

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©Schuberth

Schuberth C5

Klapphelm

Eigenschaften
  • Helmschale aus Glasfaser und Carbon
  • Neues EPS-Material zur verbesserten Stoßdämpfung
  • Zertifiziert nach ECE 22.06

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Shoei Neotec 3

Klapphelm

Eigenschaften
  • Stabile AIM-Außenschale
  • Sonnenblende
  • Pinlock inklusive
  • Zertifiziert nach ECE 22.06

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Mögliche Features beim Integralhelm

Unter der Gattung Integralhelm lassen sich drei Haupttypen unterscheiden: Sport-Helme, Touring-Helme und Retro-Helme. Retro-Helme zeichnen sich durch ihren Vintage-Stil aus und verzichten meist auf moderne Extras, was sie etwas weniger komfortabel macht. So sind beispielsweise die Belüftungsöffnungen aufgrund der klassischen Form oft weniger ausgeprägt. Ein Kompromiss, den man für den unverfälschten Stil gerne eingeht. Touring-Helme hingegen bieten zahlreiche Features wie eine Pinlock-Innenscheibe, die das Beschlagen des kratzfesten Visiers verhindert, und eine integrierte Sonnenblende, die eine zusätzliche Sonnenbrille überflüssig macht. 

Außerdem sind sie häufig für den Einbau von Bluetooth-Kommunikationsgeräten vorbereitet. Bei Sporthelmen steht die Performance im Vordergrund: Jedes Gramm zählt, weshalb sie besonders leicht und aerodynamisch sind. Sie bieten den größten Visierausschnitt und die beste Belüftung, sind jedoch oft lauter, und zur Integration eines Headsets gibt es häufig keine Vorbereitung.

Auch günstige Kinderhelme fallen in die Kategorie der Ausstattungs-Puristen, müssen aber genauso gut passen wie alle anderen Integralhelme. Für ältere Kinder und kleinere Köpfe eignen sich Helme wie der Shoei NXR 2 oder der Scorpion Exo 491, die in XXS erhältlich sind. Gesonderte Damenhelme gibt es mittlerweile nicht mehr, da sich diese Idee nicht durchgesetzt hat. Stattdessen haben einige Hersteller ihr Größenspektrum an die meist kleineren Köpfe von Frauen angepasst.

Perfekten Integralhelm, Icon Airflite ©Icon

(Integral-)Helmkauf: stationär, online oder gebraucht?

Woher also nehmen, wenn nicht stehlen? Am besten kaufen! Wenn Du deinen Integralhelm online kaufst, ist die Welt vielfältig und bunt. Kennst Du vielleicht schon den Hersteller deiner Wahl, erhältst Du online alle Dekore und Visierfarben mit einem Klick – und in ein bis drei Werktagen auch in deinem Briefkasten. Ein verschmerzbarer Zeitverlust, wenn man bedenkt, dass ein Integralhelm bei guter Pflege zwischen vier und acht Jahren Lebensdauer hat. 

Der stationäre Helmkauf bietet den Vorteil, dass Du viele verschiedene Helmtypen probieren kannst und so zügig den Helmhersteller mit der besten Passform für dich findest. Zumeist sind stationär aber nur die Grundfarben und bei weitem nicht alle Modelle eines Herstellers verfügbar. Auch kann dir niemand garantieren, dass Du nicht die zwanzigste Person bist, die ihren Kopf gerade in genau diesen Helm steckt. Außerdem spiegeln sich die Kosten für Personal und Ladenmiete im höheren Preis des Produkts wider. Mit dem Click&Collect- Angebot von motoin hast Du den besten Kompromiss aus beiden Welten – Du kannst deinen Wunschhelm in allen Dekoren und Varianten vor Ort anprobieren.

Einen Integralhelm gebraucht zu kaufen ist hingegen keine gute Idee – hier lautete die Devise: Finger weg! Niemand kann dir garantieren, dass sich der Helm in bestem Zustand befindet, auch wenn er äußerlich keine Beschädigungen aufweist. Daher Helme immer nur neu kaufen.

Fazit: Passform, Features, Preis

Die Formel für den richtigen Integralhelm klingt also denkbar einfach: Er muss richtig gut passen, die gewünschten Features bezogen auf Material und Ausstattung besitzen und in deinen Geldbeutel passen. Dieser Leitfaden hilft dir, den besten Integralhelm zu finden, der sowohl deinen Stilanforderungen als auch deinen funktionalen Bedürfnissen entspricht. Wie man den erwählten Begleiter für alle Fälle sauber hält, klärt unser Ratgeber zur Helmreinigung.

(Bilder: LS2, Premier, Icon, TH)

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