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Nachdem wir bereits verschiedene Tankrucksack-Bauarten beleuchtet haben, widmen wir uns heute dem hinteren Ende des Motorrads. Motorrad Koffer sind nach dem Tankrucksack ebenfalls echte Klassiker der Gepäckunterbringung. Mit Koffer links und rechts sowie einem Topcase kommen schnell 100 Liter Ladevolumen zustande, womit sich schon die ein oder andere kleine Reise bestreiten lässt.
Welche Motorrad-Gepäcksysteme gibt es?
Es gibt verschiedene Motorrad Koffer Arten, die sich in Material und Volumen deutlich unterscheiden. Über massive Alu-Koffer über solide Kunststoff-Koffer bis hin zu Motorrad Softgepäck und Packtaschen gibt der Zubehör-Markt alles her, was das Herz wünscht.
Wie so oft hängt die Auswahl der Motorrad Gepäcksysteme von den eigenen Ansprüchen und vom eigenen Motorrad ab. Lassen sich Reiseenduros und Adventure Bikes mit Alukoffern ausstatten, sind klassische Tourer auch mit Kunststoffkoffern gut bedient. Die Retro-Scrambler oder das klassische Naked-Bike fährt eventuell mit einer Softgepäck-Lösung am besten.
Alukoffer für die Reiseenduro: Robust & langlebig
Fahren wir direkt die schweren Geschütze auf: Motorrad Koffer aus Alu genießen unter den Reiseenduro Fahrer eine hohe Beliebtheit. Gefertigt werden sie aus Aluminium, was entweder verschweißt oder verklebt und vernietet wird. Aus einigen Blechteilen werden dann zwei meist sehr quadratische Motorrad Aluminiumkoffer. Zumeist sind sie als Toploader ausgeführt, werden also von oben beladen. Das minimiert die Gefahr von Beschädigungen der Scharniere bei einem Sturz und reduziert das Risiko, dass sich die Büchsen bei Bodenkontakt verziehen. Beides passiert gerne bei der Kunststoff-Ausführung.
Kaum einer gibt es zu, aber es passiert dennoch: Irgendwann im Leben liegt fast jedes Motorrad mal auf der Seite. Dabei bilden Motorrad Koffer einen zusätzlichen Kratzschutz für den Lack und erleichtern das Aufheben des Motorrads ungemein. Dies ist zwar kein Aufruf, Alukoffer mit Crashpads zu verwechseln, aber auch dieser Vorteil ist nicht von der Hand zu weisen.
Schwere Motorrad Koffer und die Fahrphysik
Alukoffer sind also sehr stabil und aufgrund ihrer Form einfach zu beladen – außer ein Helm soll hinein. Trägersystem und Alukoffer bringen es zusammen meist auf eine stattliche Baubreite von über 110 cm. Die ungewohnte Situation, dass das Heck nun breiter als der Lenker ist, erfordert ein gewisses Mitdenken in manchen Fahrsituationen. Aufgrund ihrer Stabilität haben Alukoffer eine hohe Tragfähigkeit, bringen aber auch ein gewisses Eigengewicht mit und steigern das Leergewicht des Motorrads. Oft sind daher Maschinen besetzt mit zwei Personen und beladen mit Gepäck im Sinne des zulässigen Gesamtgewichts überladen.
Neben der Breite will auch die geänderte Physik des Motorrads bedacht werden. Voll beladene Motorrad Koffer ändern sowohl das Lenkverhalten wie auch die Stabilität beim Geradeauslauf. Oft weisen die Hersteller der Koffer daher auf eine reduzierte Maximalgeschwindigkeit hin. Jedes Motorrad-Modell reagiert hier mehr oder weniger empfindlich auf das zusätzliche Gewicht am Heck. Mit einem beladenen Topcase wird der Schwerpunkt zusätzlich nach hinten oben verlagert, was die beschriebenen Einflüsse auf das Fahrverhalten verstärkt.
Wer die Koffer nicht dauerhaft nutzt, sollte darauf achten, dass auch das Trägersystem mit Schnellverschlüssen abgenommen werden kann.
Kunststoffkoffer: Leicht & gut integriert
Die zweite Gattung unter den Seitenkoffern ist aus Kunststoff – in der Regel aus ABS-Plastik. Sie sind deutlich leichter als ihre Alu-Pendants und werden zumeist von der Seite beladen – was immer eine gewisse Gefahr birgt, die Ladung direkt auf dem Boden zu verteilen. Aufgrund ihres geringeren Gewichts schlagen sie weit weniger auf das Fahrzeug-Leergewicht auf, können aber ähnlich viel Volumen fassen wie Alukoffer. Teilweise teilen sich die Motorrad Hartschalenkoffer die Befestigungssysteme mit ihren Brüdern aus Aluminium.
Hartschalenkoffer aus Kunststoff ins Design integriert
Sehr schön integriert sind oftmals die Serienkoffer der Hersteller in die Formgebung der Maschine. Dafür sorgt der Haken auf dem Bestellformular aber auch für leicht feuchte Augen, sind die Serienlösungen doch meist auch sehr teuer. Nachrüst-Lösungen sind daher immer die günstigen Motorrad Koffersysteme. Werden bei Nachrüst-Alukoffern inklusive Trägern meist noch immer um die 1000 Euro fällig, nimmt das Paar Kunststoff Koffer meist schon für die halbe Summe Platz auf dem Bike.
Lässt sich der Motorrad Alukoffer bei einer Verformung im Nirgendwo vielleicht noch gerade dengeln, ist bei einem Schaden am Kunststoffkoffer meist Hopfen und Malz verloren. Die Reparaturmöglichkeiten sind durch den schwer zu bearbeitbaren Kunststoff stark begrenzt. Sollten die Scharniere in Mitleidenschaft gezogen werden, ist es auch häufig mit Dichtigkeit und Verschlusswillen des guten Stücks vorbei. Also einfach besser nicht hinfallen.
Softgepäck: Flexibel, leicht & ideal für Kurztrips“
Jetzt steht in der Garage weder Reiseenduro noch Tourer, sondern ein schickes Retro-Bike – kein Problem, denn auch hierfür gibt es das passende Motorrad Softgepäck. Vom Gewicht unterscheiden sich Motorrad Packtaschen kaum noch von Kunststoffkoffern – nur ist die Formgebung hier deutlich flexibler – eben soft. Viele der Angebote können auch auf ein Trägersystem verzichten und verunstalten somit nicht dauerhaft das geliebte Bike.
In Sachen Stauraum sind Softgepäck-Lösungen oft nur für eine Wochenend-Tour gut. Ihr Volumen reicht meist weder an Alu- noch an Kunststoffkoffer heran. Auch um die Dichtigkeit ist es, wenn nicht mit wasserdichten Innentaschen nachgeholfen wird, meist schlecht bestellt. Dafür sieht es chic aus und immerhin kann man auch mal mit der Triumph Bonneville oder BMW R nineT wegfahren. Softgepäcklösungen bieten hier Purismus und Style für die Schöngeister unter den Bikern.
Softgepäck: Die schnelle Lösung für Kurztrips
Auch vorteilhaft ist, dass Softgepäck bei einem einfachen Umfaller oder Sturz aus sehr niedriger Geschwindigkeit meist kaum oder keinen Schaden nimmt. Es wählt den Weg des Klügeren und gibt schlichtweg nach.
Auch gern genommen, zusätzlich zu Koffern oder Taschen, sind die Gepäckrollen für Motorräder. Der meist wasserdichte Sack aus Kunststoffplane ist mit zwei Gurten schnell auf der Sitzbank verschnürt und bringt in der Regel 50 Liter Gepäck solide unter. Bei asketischer Packweise genügen die Gepäckrollen für Motorradreisende oftmals schon für ein paar Tage on tour.
Montage & Sicherheit: Worauf muss man achten?
Wird Softgepäck noch schnell auf der Maschine mit Riemen verzurrt, braucht es für Seitenkoffer – egal ob aus Alu oder Kunststoff – eine Motorrad Kofferhalterung. Die Montageanleitungen sind meist eindeutig, oft sogar mit Drehmoment-Angaben für die Schraubverbindungen versehen. Es empfiehlt sich beim Gepäckträger nachrüsten, das Motorradkoffer Befestigungssystem einmal komplett zu montieren, die Schraubverbindungen aber nicht festzuziehen. Am Ende lassen sich so die Fertigungstoleranzen im Ganzen ausgleichen. Ist alles einmal am Bike, muss natürlich jede Schraube und Mutter korrekt angezogen werden. Wer sich nicht sicher ist, sollte für die Montage eine Fachwerkstatt oder einen versierten Schrauber-Freund zur Hilfe ziehen.
Fazit: Motorrad Koffer nach Bedürfnissen wählen
Egal ob Alukoffer, Kunststoffkoffer oder Softgepäck – die richtige Wahl hängt von dem eigenen Motorrad, den Ansprüchen und Bedürfnissen ab. Ist die flexible, leichte Lösung gefragt, fällt die Wahl zielsicher auf eine Softgepäck-Lösung. Stabiler und dauerhafter sind Kunststoffkoffer – ist maximales Volumen und Robustheit das Kernthema, kommt man um Alukoffer nicht herum. Bei motoin findet sich eine große Auswahl an hochwertigen Motorrad Koffern & Gepäcksystemen – jetzt entdecken!
(Bilder: Furygan, Givi, Nelson Rigg, Rev’it, Shad)
