How to: Reifen selber wechseln. Kosten & Anleitung!


Motorradreifen sind Verschleißteile. Je nach Reifentyp wird zwischen 2.000 und 10.000 Kilometern ein Reifensatz fällig. Es stellt sich die Frage: Soll ich meine Reifen selber wechseln oder besser in die Werkstatt gehen? Beide Wege haben klare Vor- und Nachteile. Während die Eigenmontage Kosten spart und unabhängiger macht, bringt sie auch Risiken mit sich, wenn Wissen oder Werkzeug fehlen. In diesem Ratgeber bekommst Du eine klare Entscheidungshilfe mit Kostenvergleich, Tipps zum Werkzeug, einer Übersicht der Risiken und einer Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Der Grund, um Motorrad Reifen selbst zu wechseln, liegt auf der Hand: Man kann an diesem Punkt viel Geld sparen. Ein Reifensatz der jüngsten Generation Pneus in der gängigen Dimension 120/70ZR17 und 180/55ZR17 liegt bei etwa 350 Euro aus dem Online-Versandhandel. Möchte man die Kosten vollständig erfassen, kommen zu den Gummis noch zwei neue Ventile, Wuchtgewichte und etwas Reifenpaste hinzu – sagen wir zusammen 360 Euro. Berücksichtigen wir die einmalige Anschaffung des Werkzeugs nicht, sind wir mit den Materialkosten an dieser Stelle fertig.
Trotzdem darfst Du die Nachteile nicht vergessen: Falsch montierte Reifen können Deine Sicherheit gefährden. Wer unsicher ist, fährt besser in die Werkstatt.
Die gute Nachricht ist, der Radausbau beim Motorrad ist verhältnismäßig einfach und gut für geübte Bastler zu erledigen. Mit dem dritten selbst gewechselten Reifensatz annulieren sich, im Vergleich zur Werkstatt, sogar die Kosten. Der dritte Satz Reifen ist quasi geschenkt.
Der Reifenwechsel gelingt nur mit dem passenden Werkzeug. Ohne das richtige Equipment wird die Arbeit schnell mühsam und unsauber.
Basis-Werkzeuge:
👉 Mit diesen Hilfsmitteln wird der Reifenwechsel präziser, schneller und sicherer.
Sind beide Räder ausgebaut, kann den Job den Reifen selber wechseln auch jeder Reifenhändler übernehmen. Dieser nimmt meist nur 20 bis 30 € pro Rad – oder vielleicht auch nichts, wurden vorab die Reifen schon bei ihm gekauft. Dies ist ebenfalls eine Möglichkeit, um Kosten UND Aufwand zu sparen.
Der Reifenwechsel am Motorrad ist kein Einsteiger-Job wie das Schmieren der Kette. Du solltest wissen, wie ein Reifen aufgebaut ist und worauf es beim richtigen Reifendruck ankommt.
Wichtige Basics:
Typische Fehler:

Motorradständer

Reifendruckprüfer
Der eigentliche Reifenwechsel beginnt mit dem Rad-Ausbau. Stelle Dein Motorrad stabil auf einen Montageständer, löse die Achsmutter und entnimm das Rad. Danach den Reifen komplett entlüften, bevor er von der Felge gelöst wird.
Beim Einbau kontrollierst Du die Radlager, setzt das Rad wieder ein und ziehst die Achsmutter mit dem vorgeschriebenen Drehmoment an. Anschließend wird der Reifen auf den korrekten Luftdruck gebracht und ausgewuchtet.
Kurzfassung der Schritte:
Zuerst die Luft ablassen, am besten mit Ventilausdreher. Dann den Reifen mit Abdrücker von den Humps drücken und Felgenhörner mit Montagepaste schmieren. Oft lässt sich der Reifen halb per Hand abziehen, für den Rest Montiereisen nutzen – dabei Felgenschoner verwenden.
Mit manueller Maschine sollte diese fest im Boden verankert sein; am besten mit dem Vorderrad beginnen. Montage erfolgt in umgekehrter Reihenfolge: gut schmieren, sonst drohen Schäden.
Beim Aufpumpen springt der Reifen hörbar ins Felgenbett, teils erst bei 5–6 bar. Danach Luft ablassen, Ventildüse einsetzen, Druck einstellen – fertig für den Wuchtbock.
Kurzanleitung:
Am einfachsten wird am statischen Wuchtbock ausgewuchtet. Dieser muss gerade stehen, alte Gewichte entfernen, Rad einspannen. Nach dem Einpendeln zeigt der untere Punkt die schwerste Stelle. Gegenüber ein Gewicht ankleben, am besten in 10-g-Schritten testen. Rad erneut drehen, ggf. mehr Gewicht anbringen. Zum Testen Gewichte zuerst mit Tape fixieren.
Bleibt das Rad nach Drehungen in jeder Position stehen, ist die Felge korrekt gewuchtet.
Kurzanleitung:
Die ersten Meter mit neuen Reifen sind mit Vorsicht zu genießen. Auf ihnen befindet sich noch eine extrem glatte Schicht vom Backen, die erst vorsichtig abgefahren werden muss. Die ersten 50 km gilt daher: Piano! Nach 50 km kann man sich vorsichtig an die Schräglage herantasten – nach der ersten Tankfüllung ist der Reifen eingefahren.
Ob sich der Eigenwechsel lohnt, hängt stark von Deinem technischen Können, Deinem Motorradmodell und Deiner Ausstattung ab. Wenn Du regelmäßig Reifen wechselst und Spaß am Schrauben hast, kann sich die Investition ins Werkzeug schnell lohnen. Fährst Du nur gelegentlich und möchtest auf Nummer sicher gehen, ist die Werkstatt die bessere Wahl.
(Bilder: Pexels/ Andrea Piacquadio, TH)
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