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Motorradfahren kann auch ein tolles Hobby für zwei sein. Beim Motorradfahren mit Sozius lässt sich die Fahrfreude teilen, ohne dass ein zweites Fahrzeug nötig wird. Doch sowohl technisch wie auch mental sollten beim Motorradfahren zu zweit einige Dinge beachtet werden – wir verraten die besten Tipps und Tricks für die Motorradtour mit Sozius.
Motorradfahren mit Sozius: Das Bike muss passen
Beim Motorradfahren zu zweit wird häufig das maximal zulässige Gesamtgewicht schon ohne Gepäck ausgereizt. Das bedeutet eine hohe Belastung für das Motorrad, weniger für den Motor denn für die Fahrwerks-Komponenten. Eine erste Sitzprobe zu zweit auf der Maschine zeigt schon, dass besonders das Federbein hinten und die Reifen deutlich mehr belastet werden. Umso wichtiger ist es, dass diese Komponenten in tadellosen Zustand sind.
Die Reifen sind auf vollem Betriebsdruck zu verwenden. Falls es möglich ist, sollte das Federbein weiter vorgespannt werden, um das Gewicht des Sozius auszugleichen und das Motorrad im Fahrbetrieb in Längsrichtung in der Waage zu halten. Der dritte und letzte wichtige technische Punkt am Motorrad ist die Bremsanlage. Besonders im alpinen Gefilde sollte an Bremsbelag und Scheibe noch eine deutliche Reserve vorhanden sein.
Im Zwei-Personen-Betrieb wird die vordere Bremse noch stärker belastet als normal, dafür wirkt die Hinterradbelastung aufgrund der Beladung des Fahrzeugs relativ weit hinten deutlich besser als im Solo-Betrieb. Kurzum: Für gute Verzögerungswerte muss hinten im Zwei-Personen-Betrieb stark mitgebremst werden.
Die Sitzprobe offenbart eine erste Erfolgschance
Neben den technischen Voraussetzungen offenbart eine erste Sitzprobe auch, ob der Mitfahrer potenziell auch die Chance hat, sich wohlzufühlen. Das Mitnehmen von anderen beispielsweise auf einem Superbike erfordert eine leidensfähige Verliebtheit zum Fahrer – das lässt sich nicht dauerhaft aufrechterhalten.
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Es ist also zu prüfen, ob zunächst die Sitzhaltung für den Sozius passt – ergeben die Fußrasten für den Beifahrer einen erträglichen Kniewinkel? Gibt es vernünftige Möglichkeiten, sich festzuhalten? Kann der Mitfahrer auf dem Motorrad halbwegs aufrecht sitzen und etwas sehen, oder ist die Mitreise eher ein Blindflug in Embrionalhaltung? Lassen sich all diese Punkte im Vorfeld positiv abschließen, steht einer gemeinsamen Tour nichts mehr im Wege.
Eine gute Absprache sichert die gelungene Tour
Bevor es nun das erste Mal zusammen auf Tour geht, sollten simple Absprachen getroffen werden. Es hilft der mitfahrenden Person einfach unheimlich, wenn sie ungefähr weiß, wo es hingeht. Was ist das Ziel der Tour? Welche Zwischenstopps sind geplant? Schlicht – auf was muss sich der Sozius einstellen? Er hat es ja nicht selber in der Hand.
Für die richtige Kommunikation auf dem Motorrad können Handzeichen oder Klopfzeichen vorab ausgemacht werden. Besser ist noch, beide Mitfahrer bzw. deren Helme sind mit Headsets ausgestattet, dann steht einer ungehinderten Kommunikation nichts im Wege. Motorradfahren erfordert eine gewisse Konzentration – wenn der Smalltalk zu viel wird, sollte man beidseitig darauf hinweisen.
Motorradfahren mit Sozius: Geänderte Fahrphysik
Ein kleines Rechenbeispiel vorweg. Das Motorrad wiegt vollgetankt, fahrfertig 220 kg, Fahrer inklusive Schutzkleidung 90 kg und Beifahrer inklusive Schutzkleidung 80 kg. Ergibt in Summe 390 kg im Zwei-Personen-Betrieb – das sind rund 20 % mehr Gewicht als im Solo-Betrieb an einer wirklich ungünstigen Stelle am Motorrad platziert.
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Wie eingangs schon erwähnt, wird die Maschine durch die nach hinten oben gerückte Ballastverteilung deutlich hecklastiger. Dieses Manko lässt sich zum Teil durch die Erhöhung der Federbasis ausgleichen, sofern sich das Motorrad im normalen Geradeauslauf befindet. Beim Einlenken ist das Motorrad an der Front leichter, die Rückmeldung von vorne nicht ganz so präzise und an der Front ist etwas weniger Grip vorhanden.
Je nach Motorrad und Schräglage setzen in der Fahrzeugmitte beim Kurvenfahren nun die Fußrasten früher auf. Beim Herausbeschleunigen aus der Kurve wiederum kommt das leichte Vorderrad erneut zum Tragen, sodass die Maschine dazu tendiert nach außen zu schieben.
All diese Faktoren lassen sich durch einen Punkt ausgleichen: eine runde und ruhige Fahrweise. Keine hektischen Beschleunigungsorgien, kein abruptes Bremsen, keine maximale Schräglage und vor allem keine gefährlichen / knappen Überholmanöver. Mit Beifahrer ist rundes und smoothes Fahren Trumpf. Gleiches gilt für den Mitstreiter auf der Sitzbank. Auch hier ruinieren hektische Bewegungen oder ständiges Gezappel die Tour. Lieber eine Pause mehr machen und dabei die Knochen neu sortieren, als auf Krampf sitzen bleiben.
Ein wichtiger Punkt sei auch hier gesagt: Ein Motorrad fährt in Schräglage durch die Kurve. Am besten lehnt sich dabei die Besatzung synchron und gleichmäßig zusammen nach INNEN – man arbeitet nie gegeneinander. Sowohl der Mitfahrer, der sich gegen die Schräglage stemmt, wie auch jener Co-Pilot, der seinen Körper auf der Rückbank ambitioniert in die Kurve wirft, sind sehr unangenehme Zeitgenossen – und das Ganze soll allen Spaß machen.
Fazit: Motorradfahren mit Sozius - gemeinsam Spaß haben
Mit gegenseitiger Rücksicht macht auch Motorradfahren mit Sozius viel Spaß. Dem Fahrer fällt dabei zum einen die Aufgabe zu, seinen Fahrstil anzupassen und die Maschine ruhig und sicher zu bewegen. Zum anderen ist es primär seine Aufgabe sicherzustellen, dass sich der Mitfahrer wohlfühlt. Denn dieser hat keine Chance, ins Geschehen einzugreifen und muss sich auf die Handlungen des Motorradfahrers verlassen. Ausreichend Pausen und eine gute Kommunikation unterwegs sind der Schlüssel zum Erfolg.
Auch der Beifahrer kann seinen Teil zur erfolgreichen Tour zu zweit leisten. Auch er verhält sich am besten ruhig und macht die Bewegungen des Piloten synchron mit. Stützt sich beim Bremsen am Tank ab und hält sich beim Beschleunigen gut fest. Er macht keine hektischen Bewegungen, kommuniziert seine Bedürfnisse – zum Beispiel nach Pausen – deutlich und gibt dem Fahrer damit wichtige Anhaltspunkte zu seinem Wohlbefinden. Es empfiehlt sich, vor einer langen Tour gemeinsam eine kurze Proberunde zu drehen. Damit alle wissen, worauf sie sich einlassen und am Ende gemeinsam Spaß am Motorradfahren haben.
(Bilder: LS2, Premier, Richa, Caberg )
