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Motorrad-Antrieb: Dein ultimativer Guide zu Kettensatz, Pflege & Performance

Der Motor brüllt, die Gänge rasten ein – aber wie kommt diese explosive Kraft eigentlich auf die Straße? Die Antwort liegt im Sekundärantrieb, dem entscheidenden System, das die Power vom Getriebe an Dein Hinterrad überträgt. Und in der Welt der Performance-Bikes gibt es hier seit Jahrzehnten einen unangefochtenen Champion: den Kettenantrieb. Er ist leicht, extrem effizient und bietet eine unübertroffen direkte Verbindung zwischen Deiner Gashand und dem Asphalt. Doch dieser direkte Draht zur Leistung erfordert Wissen, Aufmerksamkeit und die richtige Pflege.

Willkommen in der Kommandozentrale für Deinen Motorrad-Antrieb. Hier findest Du alles, was Du für eine langlebige und performante Kraftübertragung benötigst. Vom kompletten Kettensatz als Herzstück Deines Antriebs bis zum intelligenten, automatischen Kettenöler, der Dir die lästige Arbeit der Schmierung abnimmt. In diesem ultimativen Guide führen wir Dich tief in die Technik der Antriebskette ein. Wir erklären Dir die Unterschiede zwischen O-, X- und Z-Ring, zeigen Dir, wie Du mit einer neuen Übersetzung den Charakter Deines Bikes verändern kannst, und stellen Dir die smartesten Pflegesysteme vor.

Der Kettenantrieb: Das Herzstück der Performance

Während Kardan und Riemen auf Komfort und Wartungsarmut ausgelegt sind, ist die Kette die erste Wahl für jeden, der auf maximale Leistung und minimales Gewicht Wert legt.

Warum die Kette dominiert: Effizienz & Leichtigkeit

Höchster Wirkungsgrad: Ein sauberer, gut geschmierter Kettenantrieb hat den geringsten Leistungsverlust aller Antriebsarten. Fast die volle Kraft des Motors kommt am Hinterrad an.

Geringe ungefederte Massen: Das Kettenrad und die Kette selbst sind relativ leicht. Das reduziert die ungefederten Massen am Hinterrad, was zu einem sensibleren Ansprechverhalten der Federung und einem besseren Fahrbahnkontakt führt.

Anpassbarkeit: Kein anderes System erlaubt es Dir, so einfach die Übersetzung zu ändern und damit die Charakteristik Deines Motorrads anzupassen.

Die Anatomie des Kettensatzes: Ein perfekt abgestimmtes Trio

Ein Kettensatz besteht immer aus drei Komponenten, die als Einheit verschleißen und daher immer zusammen ausgetauscht werden sollten.

Die Kette: High-Tech in jedem Glied

Moderne Motorradketten sind keine simplen Fahrradketten. Die entscheidende Technologie verbirgt sich zwischen den Gliedern: Dichtringe in Form von O-, X- oder Z-Ringen kapseln eine spezielle Fettfüllung in den Kettengelenken. Das sorgt für eine permanente Innenschmierung, reduziert den Verschleiß dramatisch und erhöht die Lebensdauer um ein Vielfaches.

Das Ritzel: Der kleine Kraftprotz

Das kleine Zahnrad am Getriebeausgang. Es ist extremen Kräften ausgesetzt und wird daher aus hochfestem, gehärtetem Stahl gefertigt.

Das Kettenrad: Der große Performer am Heck

Das große Zahnrad am Hinterrad. Hier gibt es zwei Materialphilosophien: Stahl für maximale Langlebigkeit (ideal für Tourenfahrer) oder Aluminium für minimales Gewicht (ideal für die Rennstrecke).

Standard vs. Tuning: Wähle Deinen Kettensatz

Der zuverlässige Allrounder: Ein Standard-Kettensatz bietet die vom Hersteller vorgesehene Original-Übersetzung und ein Stahl-Kettenrad. Er ist die perfekte, langlebige Wahl für den Alltags- und Tourenfahrer.

Produkt-Beispiel: Der Afam Standard-Kettensatz Stahl ist eine solche hochwertige Ersatzlösung in Erstausrüsterqualität.

Der leichte Performer: Ein Tuning-Kettensatz ermöglicht es Dir, die Performance Deines Bikes zu optimieren.

Produkt-Beispiel: Supersprox Performance Kit

Das Supersprox Performance Kit geht mit seinem Stealth-Kettenrad noch einen Schritt weiter: Es kombiniert einen leichten Aluminium-Kern mit einem langlebigen Stahl-Zahnkranz – das Beste aus beiden Welten.

Die Revolution der Kettenpflege: Automatische Kettenöler-Systeme

Die größte Schwäche des Kettenantriebs ist sein Pflegebedarf. Regelmäßiges Reinigen und Schmieren ist Pflicht. Oder Du überlässt diese Arbeit einfach einem intelligenten System.

Warum manuelle Schmierung oft nicht optimal ist

Das Schmieren mit Kettenspray alle paar hundert Kilometer ist der Standard. Doch oft schmiert man zu viel (was zu Dreck und abgeschleudertem Fett führt) oder zu wenig (was den Verschleiß erhöht). Ein automatischer Kettenöler ist hier die überlegene Lösung. Er versorgt die Kette während der Fahrt permanent mit einer minimalen, aber ausreichenden Menge Öl.

Die Funktionsweise: Permanent frisch geölt

Ein kleiner Öl-Behälter wird am Rahmen montiert und ein dünner Schlauch zur Düse am Kettenrad geführt. Das System gibt während der Fahrt tröpfchenweise Öl auf die Kette ab. Durch die Fliehkraft wird das Öl gleichmäßig verteilt, schmiert die Kette und wirft gleichzeitig Schmutz ab. Die Kette reinigt sich quasi selbst und läuft immer in einem frischen Ölfilm. Das Ergebnis: Die Lebensdauer eines Kettensatzes kann sich verdrei- bis versiebenfachen!

FAQ: Häufige Fragen zum Motorrad-Antrieb

1. Was ist besser: Kette, Kardan oder Riemen?

Kette: Beste Performance, leicht, hohe Effizienz, aber pflegeintensiv. Kardan: Extrem wartungsarm, langlebig und sauber, aber schwer und teuer. Riemen: Sehr leise, sauber und wartungsarm, aber nicht so robust wie Kette oder Kardan.

2. Wie oft muss ich meine Motorradkette schmieren?

Bei manueller Pflege wird eine Schmierung alle 500-1000 Kilometer empfohlen, sowie nach jeder Regenfahrt. Mit einem automatischen Kettenöler musst Du nur alle paar tausend Kilometer den Ölbehälter nachfüllen.

3. Wann ist ein Kettensatz verschlissen?

Ein klares Zeichen sind "Haifischzähne": Die Zähne des Kettenrads werden spitz und hakenförmig. Ein weiteres Zeichen ist, wenn sich die Kette am hinteren Ende des Kettenrads anheben lässt.

4. Was bedeutet 520, 525, 530 bei einer Kette?

Das ist die Kettenteilung. Die erste Ziffer (5) gibt den Abstand der Nieten an (5/8 Zoll). Die letzten beiden Ziffern (20, 25, 30) geben die innere Breite der Kette an. Eine 520er Kette ist schmaler und leichter als eine 530er Kette.

5. Kann ich auf eine andere Kettenteilung umrüsten (Conversion)?

Ja, das ist ein beliebtes Tuning im Rennsport. Der Umbau von einer 525er auf eine leichtere 520er Kette reduziert die rotierenden Massen. Wichtig: Du musst dann den kompletten Kettensatz (Kette, Ritzel, Kettenrad) in der neuen Teilung kaufen.

6. Was ist der Unterschied zwischen O-, X- und Z-Ring-Ketten?

Das sind die Formen der Dichtringe. O-Ringe sind der Standard. X-Ringe haben durch ihre X-Form zwei Dichtlippen pro Seite, was die Reibung reduziert und die Dichtwirkung verbessert. Z-Ringe sind eine weitere Optimierung dieses Prinzips.

7. Wie ändere ich die Übersetzung meines Motorrads?

Durch den Austausch von Ritzel und/oder Kettenrad.

Kleineres Ritzel (vorne) oder größeres Kettenrad (hinten): Kürzere Übersetzung -> Bessere Beschleunigung, geringere Endgeschwindigkeit.

Größeres Ritzel oder kleineres Kettenrad: Längere Übersetzung -> Geringere Drehzahl bei Reisegeschwindigkeit, höhere Endgeschwindigkeit.

8. Muss ich die Kette reinigen, bevor ich sie schmiere?

Ja. Das Schmieren einer schmutzigen Kette bindet den Dreck und erzeugt eine schleifende Paste, die den Verschleiß beschleunigt. Reinige die Kette zuerst mit einem speziellen Kettenreiniger.

9. Wie spanne ich meine Motorradkette richtig?

Die Kette braucht ein gewisses Spiel (Durchhang), das im Handbuch Deines Motorrads angegeben ist (meist 2-4 cm). Eine zu straff gespannte Kette zerstört die Lager von Getriebe und Rad.

10. Lohnt sich ein automatischer Kettenöler?

Für jeden Vielfahrer, Tourenfahrer oder Pendler: Ja, absolut. Die Investition rechnet sich durch die massiv erhöhte Lebensdauer des Kettensatzes und den enormen Komfortgewinn.

Fazit: Die Lebensader Deiner Performance

Dein Kettenantrieb ist ein Wunderwerk der Technik, das Dir eine direkte und verlustarme Verbindung zur Straße schenkt. Doch diese Performance will gepflegt sein. Ein hochwertiger Kettensatz in Kombination mit der richtigen, regelmäßigen Schmierung ist der Schlüssel zu Tausenden von Kilometern voller Fahrspaß, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Ob Du dich für die bewährte manuelle Pflege entscheidest oder diese Aufgabe einem intelligenten, automatischen System überlässt – schenke Deinem Antrieb die Aufmerksamkeit, die er verdient.

Optimiere Deine Kraftübertragung.