Außenstehende sehen Motorradfahrer in vielen Fällen als draufgängerische und abenteuerlustige Menschen, denen die Sicherheit nicht so wichtig ist. Die Realität sieht allerdings anders aus: Gerade Motorradfahrer achten besonders auf ihre Sicherheit. Schließlich haben Motorradunfälle oftmals deutlich schlimmere Konsequenzen als Autounfälle.

Dies liegt auf der Hand, da der Fahrer auf einem Motorrad deutlich geringeren Schutz in Anspruch nehmen kann. Doch welche Möglichkeiten bestehen eigentlich? Was ist bei der Bekleidung in punkto Sicherheit grundsätzlich zu beachten?

Motorrad-Schutzbekleidung: Was ist gesetzlich vorgeschrieben?

Zunächst einmal mag es verwundern, aber eine Schutzbekleidung ist grundsätzlich nicht gesetzlich vorgeschrieben. Einzige Ausnahme bildet der Schutzhelm, auf den Motorradfahrer nicht verzichten dürfen. Der Rest der Schutzmontur ist zwar für die Fahrschule vorgeschrieben, nicht aber für den späteren Straßenverkehr.

Trotzdem sollte jeder Motorradfahrer im eigenen Interesse auf eine gute Schutzkleidung achten, um Unfallfolgen zu vermindern und eventuelle Verletzungen so gering wie möglich zu halten.

Wichtig: Fehlende Motorradschutzbekleidung kann von einigen Versicherungen sogar als grobe Fahrlässigkeit betrachtet werden. In diesem Fall würde der Versicherer auch dann nicht zahlen, wenn der Versicherte den Schaden nicht verursacht hat. Diese Regelung stützt sich auf §254 BGB, nach dem Versicherte eine Schadensminderungspflicht tragen.

Was macht eine gute Motorrad-Schutzbekleidung aus?

Der erste wichtige Schritt besteht darin, alle Komponenten einer guten Schutzkleidung zu kennen. Dazu gehören neben dem Motorradhelm:

  • Motorradjacke
  • Motorradhose
  • Motorradhandschuhe
  • Motorradstiefel

Wahlweise lässt sich statt Jacke und Hose auch eine Motorradkombi tragen, die beide Teile miteinander verbindet. Doch was ist bei den einzelnen Komponenten besonders wichtig?

1. Motorradjacke – guter Schutz dank Protektoren

Beim Kauf der Motorradjacke besteht die Wahl zwischen Modellen aus Leder und solchen aus speziellem Textilmaterial. Beide Varianten haben ihre speziellen Vor- und Nachteile:

Da es mittlerweile auch Motorradjacken aus Leder mit einer inneren Beschichtung gibt, ist das Problem der Atmungsaktivität bei Leder nicht mehr so gravierend. In Sachen Schutz ist Leder definitiv die beste Lösung.

Darüber hinaus sollten beim Kauf folgende Aspekte eine wichtige Rolle spielen:

  • Sicherheitsnähte (nach DIN ISO 4916)
  • Verbindungsreißverschluss mit der Hose
  • Einschübe für Protektoren (Rücken, Schultern und auch Ellenbogen)
  • Enger Sitz (ohne dabei zu behindern)

2. Motorradhose – wichtiger Schutz für Beine und Unterleib

Auch bei der Motorradhose stellt sich die Frage nach dem Material. Die oben beschriebenen Aspekte sollten also auch hier mit in die Entscheidung einbezogen werden. Darüber hinaus sind bei einer guten Motorradhose vor allem diese Merkmale wichtig:

  • Sicherheitsnähte
  • Doppelt vernähter Verbindungsreißverschluss
  • Protektoren für die Knie und die Hüfte (am besten anpassbar)
  • Enger Sitz (aber nicht behindernd)

3. Motorradhandschuhe – sicherer Griff und Schutz für die Hände

Auch gute Motorradhandschuhe sind wichtig für die eigene Sicherheit. Hier gilt wie bei den anderen Kleidungsstücken: Leder schlägt vom Sicherheitsaspekt her die Modelle aus Textilmaterial. Bei den Handschuhen sind folgende Aspekte wichtig:

  • Schutz von Handkante und Handknöchel
  • Gute Passform
  • Schutz gegen Wasser
  • Gute Nähte
  • Fingerwischer

4. Motorradstiefel – die Beine benötigen besonderen Schutz

Da Unfälle mit dem Motorrad nicht selten Verletzungen an den Beinen hervorrufen ist ein guter Schutz der Beine und Füße sehr wichtig. Zu diesem Zweck werden heute zahlreiche Motorradstiefel angeboten. Doch woran erkenne ich einen wirklich guten Motorradstiefel?

Die wichtigsten Merkmale im Überblick:

  • Knöchelschutz (Stiefel sollte über den Knöchel reichen)
  • Saubere Nähte
  • Gute Sohle (guter Kompromiss aus Stabilität und Flexibilität)
  • Abgedeckter Reißverschluss
  • Verstärkungen an den wichtigsten Stellen (inklusive Schalthebelverstärkung)
  • Schutz vor Benzin und Öl (Gefahr des Kontakts ist hoch)

Stiefel für Motorradfahrer werden zudem ebenfalls aus unterschiedlichen Materialien gefertigt. Hier hilft nur, auszuprobieren, was am besten zu den eigenen Wünschen passt. Darüber hinaus spielt natürlich auch die Witterung eine wichtige Rolle. Wer auch im Winter fährt, benötigt andere Stiefel als reine Sommerbiker!

Was trage ich unter der Schutzkleidung für Motorradfahrer?

Niemand sollte zumindest auf eine Basisausstattung in Sachen Schutzkleidung für Motorradfahrer verzichten. Dies ist jeder seiner eigenen Gesundheit schuldig. Dabei stellt sich natürlich auch die Frage:

Was trage ich drunter?

Eine durchaus berechtigte Frage, die sich natürlich nicht pauschal antworten lässt. Hierbei hängt es ganz von der Witterung und zusätzlich auch dem eigenen Geschmack ab. Hier einige grundsätzliche Tipps:

  • Schutz vor Kälte im Winter: Wer sich in der kalten Jahreszeit aufs Bike schwingt, sollte unter seiner Kleidung am besten Thermounterwäsche tragen. Diese sorgt dafür, dass auch kalte Witterung kein Hindernis darstellt. Hierbei ist es allerdings wichtig, die eigene Bewegungsfähigkeit nicht einzuschränken. Deshalb immer vorher checken, ob sich noch alle Bewegungen ausführen lassen.
  • Schutz vor Schweiß im Sommer: Im Sommer kommt dem Kälteschutz keine große Bedeutung zu. Dafür ist es jedoch wichtig, eine gewisse Luftzirkulation zuzulassen. Passiert dies nicht, staut sich die Wärme auf und der Fahrer beginnt zu schwitzen. Mit Funktionsbekleidung ist es möglich, diesen Effekt etwas abzumildern. Darüber hinaus trocknet diese Kleidung schneller als normale Shirts aus Baumwolle.
  • Anlass der Fahrt: Wer nur deshalb aufs Motorrad steigt, um eine schöne Tour zu erleben, liegt mit rein funktionalen Aspekten der Unterkleidung durchaus richtig. Gibt es hingegen einen Anlass, sollte die Unterkleidung diesem angemessen sein. Hier gilt es also, einen guten Kompromiss zwischen modischen und funktionalen Aspekten zu finden.

Mit der richtigen Schutzkleidung aufs Bike

Wer als Motorradfahrer die wichtigen Punkte zur Schutzkleidung beachtet, vereinfacht sich das Leben sehr. Zum einen lässt sich so der Schutz der eigenen Gesundheit um ein Vielfaches erhöhen und zum anderen wird das Fahren auch einfach angenehmer. Eine Anpassung an das jeweilige Klima sorgt nämlich dafür, dass sowohl Frieren als auch Schwitzen auf dem Bike kein Thema sind.

ein Kommentar

  1. Sven Bucher

    Ich finde, dass man vor allem beim Motorrad fahren auf die Schutzbekleidung achten sollte. Generell ist eine empfohlene Schutzkleidung in der Berufskleidung oder im freizeitlichen Sport etc. nicht grundlos empfohlen. Ich stimme Ihnen zu, dass die Missachtung unter Umständen als grob fahrlässig beschrieben werden dürfte.

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