Es klingt für viele Motorradfreunde nach einer Horrornachricht und doch könnte es in Zukunft tatsächlich so kommen, dass Motorradfahren an Wochenenden und Feiertagen verboten wird. Eine entsprechende Entschließung des Bundesrates sieht vor, dass es an Wochenende beschränkte Motorrad-Fahrverbote geben soll. Mit dieser Initiative wollen die Bundesländer das Lärmaufkommen an Wochenende reduzieren. Doch was steckt im Detail dahinter und was kommt am Ende wirklich auf Motorradfreunde zu?

Entschließung des Bundesrats: Das wurde vorgeschlagen

Die Entschließung des Bundesrates sieht folgende Punkte vor:

  • Strengere Grenzwerte für den Fahrlärm von Motorrädern

Als erste Maßnahme in Sachen Lärmbekämpfung sollen künftig strengere Lärmschutzwerte für Motorräder gelten. Der Maximalwert könnte demnach auf 80 Dezibel (db/A) für alle Betriebsarten gesenkt werden. Zwar gelten jetzt schon Grenzwerte von 78 Dezibel, jedoch können diese durch technische Tricks tatsächlich umgangen werden. Das soll in Zukunft vermieden werden. Zusätzlich sollen Polizisten künftig bei deutlichen Lärmüberschreitungen Motorräder sofort sicherstellen dürfen.

  • Verbot von sogenanntem Sound-Design

Darüber hinaus ist geplant, das sogenannte Sound-Design zu verbieten. Dabei geht es um Maßnahmen, mit denen sich die Soundkulisse einer Maschine selbst verändern lässt. Wer entsprechende Maßnahmen trotz Verbots durchführt, soll künftig härter bestraft werden.

  • Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen

Zusätzlich möchten die Bundesländer beschränkte Fahrverbote an Sonn- und Feiertage verhängen. Dies soll gerade die Menschen auf dem Land an den freien Tagen vor einer erhöhten Lärmbelästigung schützen.

Motorradfahren an Wochenenden

Was bedeutet das für Motorradfreunde?

Sollte diese Entschließung in ihrer jetzigen Fassung tatsächlich Realität werden, wäre das für viele Motorradfahrer das Ende ihres liebgewonnenen Hobbys. Die meisten Motorradfahrer nutzen ihre Maschinen vor allem am Wochenende, um eine Tour zu machen und das Gefühl der Freiheit zu genießen.

Reaktionen fallen heftig aus

Die Entschließung des Bundesrates hat unter Motorradfahrern entsprechend heftige Reaktionen ausgelöst. So kritisiert der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) die Diskriminierung der Motorradfahrer beim Thema Lärmschutz. Hierbei würden über 4 Millionen Motorradfahrer für das Fehlverhalten Einzelner bestraft. Zudem fokussiere sich die Bekämpfung von Straßenlärm zu sehr auf Motorräder, obwohl auch andere Fahrzeuge entsprechende Lärmemissionen aufwiesen, hieß es in der Erklärung.

Darüber hinaus existiert eine Petition gegen die Entschließung des Bundesrats, die schon deutlich über 100.000 Menschen unterzeichnet haben. Dies zeigt sehr eindrucksvoll, wie problematisch Fahrverbote für Motorräder an Sonn- und Feiertagen sein können.

Was bedeutet die Entschließung des Bundesrates letztlich?

Aktuell können Motorradfans noch aufatmen. Eine Entschließung des Bundesrates hat für die Bundesregierung selbst keinerlei bindende Wirkung. Diese kann also selbst entscheiden, ob und wann sie sich damit befasst. Somit dürfte aktuell auch noch völlig unklar sein, welche der vorgeschlagenen Maßnahmen überhaupt umgesetzt werden. Auch der Zeitpunkt steht noch in den Sternen.

Trotzdem zeigt das Ganze, welche Absichten einige Landesregierungen verfolgen und welche Gefahren damit für die Gemeinde der Motorradfreunde verbunden sind. Aus diesem Grund ist es durchaus sinnvoll, den Prozess weiterzuverfolgen.

Vorschläge gegen Motorradlärm sind überzogen

Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass die geplanten Maßnahmen gegen den Verkehrslärm vollkommen überzogen sind. Zum einen werden wirklich nur Motorradfahrer aufs Korn genommen, obwohl auch viele andere Fahrzeuge Straßenlärm verursachen.

Zum anderen sollten rechtliche Regelungen nicht dazu führen, dass Fans ihrem Hobby plötzlich nicht mehr sinnvoll nachgehen können. Genau das wäre aber die Folge, wenn auf bestimmten Strecken plötzlich ein Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen erlassen würde. Schließlich können viele Motorradfreunde ihrem Hobby nur am Wochenende frönen.

Auch wenn grundsätzlich nichts dagegen spricht, den Motorradlärm zu verringern und hier auch strengere Grenzwerte helfen können, darf nicht die die Gemeinde der Motorradfreunde dafür bestraft werden, dass einige sich nicht an Regeln halten können. In diesem Zusammenhang sollte gelten: Wer absichtlich mit seiner Maschine zu viel Lärm verursacht, sollte im Einzelfall zur Rechenschaft gezogen werden.   

2 Kommentare

  1. Olga Farrell

    Wir fahren jedes Jahr mit unseren Motorrädern einmal im Jahr für 2 Wochen in Urlaub. Wir fahren durch ganz Deutschland, Holland und Österreich und kommen aus England. Wenn das nicht mehr möglich ist dann wird Deutschland viel Fremdenverkehr verlieren weil wir sind nicht die einzigen!

  2. Wenn in diesem Land nur noch Ruhe herrschen soll am Wochenende, dann sollten wir unsere Bäckereien ,Tankstellen ,Bistro‘s ,Museen usw. einfach zuschließen . Dann schaut mal ,wie Ihr den aufgeblähten Bundestag und seine verfehlte Finanzpolitik weiter gestalten wollt . Dann zeigen wir euch alle mal auf ,der Wirklichkeit ins Auge zu schauen. Nicht der kleine Trekker auf der B8 ,sondern da wird Berlin mal dicht gemacht. Täglich gehen wir arbeiten und steigern die Steuereinnahmen , also ,, mit Maß und Ziel‘‘. Viel Spaß euch Allen ,euer Axel von der Tanke

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