Kontaktbeschränkung vs. Ausgangsbeschränkung – worin liegen die Unterschiede?

Grundsätzlich hat die Bundesregierung den einzelnen Bundesländern nur grobe Leitlinien vorgelegt, die diese jedoch selbst in Rechtsverordnungen umsetzen müssen. Das haben die einzelnen Bundesländer auch gemacht und sich dabei jeweils für einen der folgenden Wege entschieden:

  1. Kontaktbeschränkung  

Die Kontaktbeschränkung entspricht relativ genau den Vorgaben der Bundesregierung. Demnach sollen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb des eigenen Haushalts möglichst vermieden werden. In der Öffentlichkeit dürfen sich Personen demnach maximal mit einem anderen Menschen außerhalb des eigenen Haushalts aufhalten. Zudem ist ein Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten.

2. Ausgangsbeschränkung

Hierbei geht es um eine strengere Auslegung. Personen sollen sich nach Möglichkeit ständig in der eigenen Wohnung aufhalten. Ein Verlassen der Wohnung ist demnach nur aus triftigem Grund möglich. Dazu gehören unter anderem wichtige Einkäufe oder der Weg zur Arbeit. Auch Spaziergänge oder Sport an der frischen Luft sind erlaubt.

Hierbei sticht ins Auge, dass Motorradtouren gerade in Bundesländern mit einer Ausgangsbeschränkung problematisch sind. Wer bei einer Verkehrskontrolle keinen wichtigen Grund für die eigene Fahrt angeben kann, muss mit einem Bußgeld rechnen, welches schnell dreistellige Beträge annimmt.

Die Corona-Krise ist trotz Lockerungen noch nicht zu Ende

In welchen Bundesländern gilt welche Regelung?

Für Motorradfreunde stellt sich natürlich die Frage, welche Regelung in welchem Bundesland gilt. In der folgenden Tabelle sind die jeweiligen Konstellationen beschrieben:

BundeslandRegelungAnmerkung
Baden-WürttembergKontaktbeschränkung
BayernAusgangsbeschränkungTouren zum Spaß sind verboten
BerlinAusgangsbeschränkungTouren zum Spaß sind verboten
BrandenburgKontaktbeschränkung
BremenKontaktbeschränkung
HamburgKontaktbeschränkung
HessenKontaktbeschränkung
Mecklenburg-VorpommernKontaktbeschränkungEinreiseverbot für Touristen seit Mitte März
Niedersachsen
Nordrhein-WestfalenKontaktbeschränkung
Rheinland-PfalzKontaktbeschränkung
SaarlandKontaktbeschränkungVerfassungsgerichtshof hat Ausgangsbeschränkung aufgehoben
SachsenKontaktbeschränkungRegierung hat Ausgangssperre aufgehoben
Sachsen-AnhaltAusgangsbeschränkungAm 02. Mai soll über Lockerungen beraten werden
Schleswig-HolsteinKontaktbeschränkungEinreiseverbot für Touristen
ThüringenKontaktbeschränkung

Tabelle 1: Regelungen rund um Corona und Mobilität (Stand: 30.04.2020)

Anhand der Tabelle lässt sich sehr leicht erkennen, dass Motorradfreunde vor allem in Bayern und Berlin nach wie vor Probleme haben dürften. In allen anderen Bundesländern werden private Touren mit Auto oder Motorrad nicht empfohlen, aber sie sind auch nicht verboten. Wer also einfach einmal raus muss, um den Kopf frei zu bekommen, hat dazu durchaus die Möglichkeit.

Touren allein oder zu zweit: Sicherheitsabstand jederzeit einhalten

Auch wenn Touren nicht verboten sind, sollten Motorradfreunde natürlich trotzdem alle weiteren Regelungen in Bezug auf zwischenmenschliche Kontakte einhalten. Dazu gehört, Touren nach Möglichkeit allein oder maximal zu zweit durchzuziehen. Darüber hinaus ist es wichtig, auch bei Pausen den Sicherheitsabstand von 1,5 Meter jederzeit einzuhalten. Wer sich daran hält, braucht keine Angst zu haben, wegen seiner Ausfahrt behelligt zu werden.

Die Corona-Krise ist trotz Lockerungen noch nicht zu Ende

Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass die Corona-Krise trotz erster Lockerungen in den einzelnen Bundesländern noch nicht vorbei ist. Für Motorradfreunde in Bayern und Berlin heißt das auch weiterhin: Private Touren sind verboten. Wer also dabei von der Polizei erwischt wird, riskiert ein durchaus saftiges Bußgeld. In allen anderen Bundesländern sind die Touren zumindest nicht mehr verboten. Wer also gerne einmal auf die Straße möchte, sollte sich dabei jedoch an die Kontaktbeschränkungen sowie den Mindestabstand halten. Zu guter Letzt sollte eine Tour auch in punkto Verpflegung vorbereitet sein, da gastronomische Betriebe auch weiterhin geschlossen haben.   

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