Auch wenn viele Motorradfreunde ihre Maschinen in der kalten Jahreszeit einmotten, gibt es dennoch eine nicht gerade kleine Gruppe, die auch im Winter mit dem Zweirad unterwegs ist. Doch auch wenn eine Fahrt durch Winterlandschaften bei geräumten Straßen Spaß machen kann, ergibt sich schnell ein anderes Problem: Durch den Fahrtwind und die Außentemperaturen wird es auf der Maschine sehr schnell sehr kalt. Eine Lösung stellt hierbei beheizbare Kleidung dar. Doch was ist das genau und wie funktioniert diese?

Beheizbare Kleidung für Motorradfahrer: Was verbirgt sich dahinter?

Beheizbare Kleidung erklärt sich eigentlich selbst: Durch installierte Heizfäden in bestimmten Bereichen der Kleidung ist es möglich, diese mittels elektrischer Energie zu erhitzen und den Körper damit auch bei kalten Wintertouren auf der Maschine warm zu halten.

Grundsätzlich ist die beheizbare Kleidung natürlich nicht auf die Nutzung von Motorradfahrern begrenzt, sondern kann auch von Skifahrern oder Winterwanderern eingesetzt werden. Trotzdem bieten sich die Kleidungsstücke für eine Motorradtour bei Minusgraden geradezu an.

Wie funktioniert solche Kleidung?

In die Textilien sind Heizfäden oder auch Heizmatten eingenäht, die einen textilen Stromkreis erzeugen. Bei entsprechender Energiezufuhr (im Normalfall über einen Akku) erhitzen sich die Heizfäden und die Trägerin oder der Träger werden auch niedrigen Außentemperaturen warmgehalten. Der Handel bietet mittlerweile verschiedene Modelle und Technologie, die jeweils ihre individuellen Vor- und Nachteile aufweisen.

Welche Merkmale sind beim Kauf beheizbarer Kleidung wichtig?

Wer für seine Tour beheizbare Kleidung kaufen möchte, sollte dabei vor allem auf die folgenden Aspekte achten:

  1. Stabilität der Heiznähte: Langlebigkeit fürs Portemonnaie

Nicht jedes beheizbare Kleidungsstück bietet auch wirklich stabile Heiznähte. Dies betrifft vor allem die Waschbarkeit. Während einzelne Produkte bereits nach wenigen Wäschen deutlich an Heizkraft verlieren, bietet Qualitätsware hier eine deutlich bessere Langlebigkeit. Dieser Aspekt kommt natürlich vor allem bei Unterkleidung zum Tragen, die häufig gewaschen wird.

  • Mögliche Wärmestufen: Für den maximalen individuellen Komfort

Gute beheizbare Motorradkleidung sollte zudem die Möglichkeit bieten, die Wärmequelle über verschiedene Stufen zu regeln. So lässt sich das Ganze besser an die Außentemperaturen und das persönliche Wärmeempfinden anpassen.

  • Das Heizgefühl: Für angenehme Touren

Auch das Gefühl beim Tragen der Heizwäsche ist sehr wichtig. Sind die einzelnen Drähte zu spüren, wurde oftmals am Material gespart. Nicht selten entwickelt sich das Tragen der Wäsche dann schnell zu einem eher unerfreulichen Erlebnis und wird als störend empfunden.

  • Die Heizzone: Für das richtige Level an Wärme

Auch der beheizte Bereich spielt eine wichtige Rolle. Dies gilt gerade für Kleidungsstücke wie eine Jacke oder eine Hose. Als Mindestanforderung gilt hierbei, dass zumindest die Nieren gut vor Kälte geschützt werden. Sehr komfortable Produkte sorgen allerdings für eine deutlich größere Heizzone, die auch bei besonders kalten Außentemperaturen immer noch behagliche Wärme mit sich bringt.

  • Die Akkuleistung: Für möglichst lange Touren ohne Frieren

Die Akkuleistung wird häufig durch die Heizdauer bei maximaler Heizleistung angegeben. Hierbei erweisen sich Werte zwischen 1,5 und 3 Stunden als sehr gut. Auch wenn die eher nach geringer Reichweite klingt, sind hierbei zwei Aspekte zu bedenken:

  • Es wird nicht immer die maximale Heizleistung benötigt
  • Zweit-Akkus können die Heizdauer natürlich noch einmal deutlich erhöhen

Welche Kleidungsstücke werden in der beheizbaren Variante angeboten?

Die Auswahl ist riesig. Für Motorradfreunde bedeutet dies: Sie haben die Qual der Wahl. Nachfolgend sollen die wichtigsten Möglichkeiten kurz skizziert werden:

  1. Heizjacken (und Oberteile)

Die Heizjacke ist der Klassiker in Bezug auf beheizbare Kleidung. Sie besteht im Normalfall aus Materialen wie Softshell, Viscose oder Polyester. Hierbei kommt es besonders auf die Heizzone an. Günstige Modelle beschränken die Aufheizung auf den Nierenbereich, während andere Produkte größere Heizzonen implementieren. Zusätzlich ist es natürlich auch wichtig, wie viel Hitze die Jacke nach außen abgibt.

Wichtig: Heizjacken werden immer unter der eigentlichen Motorradjacke getragen. Sie sorgen zwar für Wärme, bieten sonst aber nicht den benötigten Schutz in Bezug auf Sturz- und Schürfschäden sowie die Abmilderung von eisigem Wind.

  • Heizwesten

Heizwesten sind die kleinere Variante der Heizjacke. Der große Vorteil liegt darin, dass Fahrer darin eine deutlich größere Bewegungsfreiheit haben. Dafür sind die Heizzonen je nach Modell eventuell etwas eingeschränkter.

  • Heizhosen

Auch der Unterleib sowie die Beine sollten im Winter vor längerem Kälteeinfluss geschützt werden. Mit einer Heizhose stellt dies kein größeres Problem dar. Diese wird entweder als Baselayer (eine Art langer Unterhose) oder als Midlayer ebenfalls unterhalb der eigentlichen Hose getragen.

  • Handschuhe

Beheizbare Handschuhe werden in vielen Fällen direkt über die Fahrzeugbatterie beheizt. Es gibt allerdings auch Modelle, die mit entsprechenden Akkus kompatibel sind. In den meisten Fällen handelt es sich zudem um Unterzieh-Handschuhe.

  • Socken

Auch beheizbare Socken gehören mittlerweile zum Standard für Wintertouren. Wer einmal bei minusgraden länger unterwegs war, wird es schnell zu schätzen wissen, seine Füße auch dann zu spüren. Gute Modelle weisen dabei auch noch einen zusätzlichen Schienbeinprotektor auf und sind im besten Fall per Smartphone steuerbar.

Unteranzüge werden in Einzelfällen ebenfalls schon beheizbar angeboten. Hier sollten Motorradfreunde jedoch genau darauf achten, dass die Heizwirkung nicht zu stark ausfällt. Gerade direkt auf nackter Haut kann eine zu starke Heizwirkung sich schnell als unangenehm herausstellen.

Tipp: Wer nicht zu viel Funktionskleidung mit Heizfunktion tragen möchte, kann im Winter auch einfach nur auf einen beheizbaren Nierengurt setzen. Dieser kombiniert seine Schutzfunktion mit angenehmer Wärme im Winter.

Beheizbare Kleidung ist für Winterfans auf dem Motorrad wirklich anzuraten

Wintertouren auf dem eigenen Bike sind eine besondere Erfahrung, die der eine oder andere Fan nicht missen möchte. Doch wenn es bei Minusgraden auf kleine Natur-Entdeckungsreisen mit der Maschine geht, sollte beheizbare Kleidung nicht fehlen. Die Auswahl in diesem Bereich wird stetig größer und bietet somit für jeden Geschmack passende Lösungen. Wer nur ein geringes Maß an Wärme benötigt und zudem seine Bewegungsfreiheit schätzt, setzt eventuell nur auf eine Heizweste oder einen beheizbaren Nierengurt. Steht Behaglichkeit und Rundum-Komfort jedoch im Vordergrund, kann auch ein kompletter Satz Heizwäsche sehr sinnvoll sein.

Beim Kauf von Heizwäsche erscheint es jedoch sinnvoll, sich die wichtigsten Kaufkriterien genauer anzuschauen und die Produkte anhand dieser genauer zu checken. Auf diese Weise lassen sich Fehlkäufe verringern und die nächste Wintertour macht sicherlich nochmal so viel Spaß!

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