In der Debatte um den Klimaschutz ist in Sachen Verkehr vor allem von Autos die Rede. Doch auch Motorradfans müssen sich auf zunehmend strengere Regelungen in Bezug auf Abgase einstellen. So tritt beispielsweise ab 1. Januar 2020 die neue Euro 5-Norm für neue Motorrad-Modelle bis 125 cm³ in Kraft. Doch was bedeutet das eigentlich und was sollten Biker diesbezüglich beachten?

Was beinhaltet die Euro 5-Norm?

Der Umstieg von Euro 4 auf Euro 5 ist bei weitem nicht so einschneidend wie bei der Umstellung auf Euro 4, aber trotzdem müssen Konstrukteure einige Hürden umschiffen. So liegen die Grenzwerte in Bezug auf den Abgasausstoß um ca. 15 bis 30% niedriger. Dies gilt vor allem für Kohlenmonoxid, Stickoxide und unverbrannte Kohlenwasserstoffe.

Für die Konstrukteure und Hersteller ergeben sich vor allem deshalb Probleme, weil die einfachen Maßnahmen wie die Nutzung von Katalysatoren bereits ausgeschöpft sind und nun besondere Kreativität gefragt ist.

Das größte Problem: die möglichen Lösungsansätze müssen zum einen so kompakt sein, dass sie sich auch bei einem Motorrad umsetzen lassen. Zum anderen ist es jedoch auch wichtig, dass das Ganze bezahlbar bleibt. Schließlich ist kaum jemand bereit, riesige Summen für eine neue Maschine auszugeben.

Euro 5-Norm kommt zweistufig daher – 2024 nochmalige Verschärfung?

In einer zweiten Stufe soll ein On-Board-Diagnose-System (OBD II) auch in Motorrädern standardmäßig installiert sein. Dieses ist bereits seit 1996 in Autos Pflicht und gehört ab 2024 nun auch bei motorisierten Zweirädern zur Pflichtausstattung. Da die technische Umsetzung hier vor besonders vielen Herausforderungen steht, ist die ursprünglich geplante Einführung von 2020 auf 2024 verschoben worden. Diese zweite Stufe hat noch keine einheitliche Bezeichnung, wird jedoch häufig Euro 5 Stufe 2 oder Euro 5b genannt.

Welche Motorräder sind von der Umstellung 2020 betroffen?

Die Euro 5-Norm gilt ab 2020 für alle neue Typenzulassungen der Fahrzeugklasse L3e. Dabei handelt es sich um alle Motorräder, die eine durch die Bauart bedingte Höchstgeschwindigkeit von über 45 km/h aufweisen. Dazu gehören auch Leichtkrafträder mit einem Hubraum zwischen 50 und 125 cm³.

Ab 2021 jedes neue Motorrad nach Euro 5?

Ab Januar 2021 gelten für alle neu zugelassenen Motorräder die Euro 5- Vorschriften. Wer also im übernächsten Jahr eine neue Maschine kauft, sollte sich sicher sein können, dass sein Bike die neuen Vorschriften erfüllt.

Welche Änderungen kommen in Sachen Lärmschutz hinzu?

Die Euro 5-Norm regelt lediglich die Abgaswerte und hat mit den vorgeschriebenen Fahrgeräuschpegeln nichts zu tun. Dies sah bei der Euro 4 Norm vor allem deshalb noch anders aus, weil damals gleichzeitig auch die UNECE-R 41.04 in Kraft getreten ist, die neue Grenzwerte in Bezug auf die Lautstärke ausgab. Für 2020 ist eine Änderung in diesem Zusammenhang nicht geplant, so dass zunächst alles beim Alten bleibt.

Es ist jedoch relativ wahrscheinlich, dass mit der zweiten Stufe im Jahr 2024 auch neue Lärmschutzvorschriften bei Motorrädern in Kraft treten könnten. Aktuell dürfen Motorräder maximal einen Fahrgeräuschwert von 77 dB(A) erreichen. Ob dieser Wert weiter gesenkt wird oder es lediglich Änderungen in Bezug auf die Prüfverfahren geben wird, ist bis dato jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Das Motorrad der Zukunft wird sauberer und vielleicht auch leiser

Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass Motorräder in Zukunft ebenfalls ihren Beitrag zur Senkung der Abgaswerte beitragen müssen. Auch wenn die Vorschriften der Euro 5-Norm nicht so einschneidend sind wie bei der Umstellung auf die Euro 4, stehen Konstrukteure trotzdem vor großen Herausforderungen. Anfang 2020 gelten die neuen Abgasvorschriften zunächst für alle neuen Typenklassen bis runter zur 125er, wohingegen die Euro 5-Norm ab 2021 für alle neu zugelassenen Motorräder zur Pflicht wird. Was sich in Bezug auf die Lärmschutzvorschriften 2024 ändert, bleibt zunächst abzuwarten.

ein Kommentar

  1. Elias Richter

    Hallo und Danke für den Ihren Artikel! Sehr cooler Tipp.

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